Projektlaufzeit: 2009-2010

Bearbeitung
Baader Konzept GmbH, Gunzenhausen
Architekturbüro Franke+Messmer, Emskirchen

Förderung
Das Modellprojekt "INKA" wurde durch das Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken gefördert.


Anlass
Im Rahmen des Modellprojektes "Flächenmanagement in interkommunaler Zusammenarbeit" (FLIZ) wurde mithilfe der Flächenmanagement-Datenbank des Landesamtes für Umwelt (LfU) das Innenentwicklungspotenzial im Oberen Werntal erfasst sowie gezielte Befragungen der Eigentümer von Baulücken und Leerständen durchgeführt.

Die umfassende Bestandsaufnahme zeigte, dass gerade für kleinere Kommunen weitere Bausteine für eine verstärkte Innenentwicklung erforderlich sind.
Allerdings können nicht alle vorhandenen innerörtlichen Baulandpotenziale gleichermaßen einer Bebauung zugeführt werden.

Es gilt das Ortsbild zu wahren, eine ausreichende Durchgrünung und die damit verbundene ökologische Funktion (Arten-Biotop-, Klima- und Gewässerschutz) sicherzustellen sowie auch eine innerörtlich hohe Wohnumfeldqualität zu erhalten. Um daher einen weiteren Schritt vornehmen zu können und eine gezielte Aktivierung der Potenzialflächen zu erreichen, ist eine Gesamtstrategie notwendig: ein abgstimmtes Innenentwicklungskonkzept je Ortsteil.

Viele der Allianzgemeinden verfügten bisher nicht - differenziert nach Ortsteilen - über eine Gesamtschau der Stärken und Schwächen der jeweils spezifischen siedlungsstrukturellen und städtebaulichen Strukturen.


Zielsetzung

Auf Basis der ermittelten Innenentwicklungspotenziale aus dem Modellprojekt FLIZ sollte unter Beachtung der ortstypischen Siedlungs- und Bebauungsstrukturen Ansatzpunkte und Bereiche mit besonderer Eignung für eine innerörtliche Bebauung und/oder Umstrukutierung erabeitet werden.

Die vorrangige Aufgabe lautete, wo und wie Wohnbaukapazitäten durch Neu- oder Umbau bzw. Umstrukturierung in bestehenden Siedlungsbereichen vorrangig realisiert werden könnten, um zusätzliche Siedlungserweiterungen durch die Ausweisung von Neubaugebieten in Zukunft zu vermeiden und gleichzeitig einen Beitrag zur Sicherung und Aufwertung der innerörtlichen Baustrukturen leisten zu können.

Insgesamt wurden 12 ausgewählte Ortsteile betrachtet. Die Auswahl erfolgte durch die Bürgermeister und die Gemeindeverwaltungen. Sie wurde vom jeweiligen Gemeinderat bestätigt. Folgende Ortsteile und Quartiere nahmen am Modellvorhaben "INKA" teil:

INKA teilnehmendeGemeinden

Das erarbeitete Konzept wird als interkommunales Innenentwicklungskonzept bezeichnet. Es dient der Weiterentwicklung der gemeinsamen Aktivitäten
hin zu einer flächensparenden Siedlungsentwicklung durch aktive Innenentwicklung.

Das Konzept bildet die Grundlage zur Vorbereitung einer gemeindeübergreifenden Strategie und Prioritätensetzung hinsichtlich des finanziellen
Mitteleinsatzes von kommunalen Aufwendungen für Innenentwicklungsprojekte.


Begleitkreis
Ein Begleitkreis stimmte die Inhalte des Projektes und den weiteren Ablauf fachlich ab.
Mitglieder des Begleitkreises waren:

Frau Beatrix Drago (Amt für Ländliche Entwicklung, Bereich Zentrale Aufgaben, München)
Herr Claus Hensold (Bayerisches Landesamt für Umwelt, Augsburg)
Herr Peter Kraus (Amt für Ländliche Entwicklung, Unterfranken, WÜrzburg)
Herr Oliver Weidlich (Regierung von Unterfranken, Würzburg)
Herr Ulfert Frey (Regionalmanagement Schweinfurter Land, Schweinfurt)


Projektschritte

INKA Projektbausteine

Zunächst erfolgte eine weitergehende Auswertung der erfassten FLIZ-Daten aus der Flächenmanagement-Datenbank.

Mit Unterstützung eines Geographischen Informationssystems (GIS) wurden die Daten räumlich dargestellt. Damit wurde die
Struktur und Verteilung der Potenzialflächen für das gesamte Gemeindegebiet sichtbar. Durch die Vielzahl der Häufung der Flächen
überraschte das Ergebnis und trug zur Bewusstseinsbildung für Verwaltung, Gemeinderat und Bürgermeister mit bei, der Innenentwicklung
zukünftig noch mehr Priorität einzuräumen.

INKA Bestandskarte

Die Rückläufe der Eigentümerbefragung verdeutlichte zudem die kurzfristig aktivierbaren Potenzialflächen.
Des Weiteren lagen Informationen darüber vor, welchen Bauzustand die Leerstände aufweisen und wo es
zur besonderen Häufung im Gemeindegebiet und somit erhöhtem Handlungsbedarf kommt.

INKA Befragungsergebnisse

Damit wurde eine realistische Einschätzung der Situation vor Ort möglich.
Parallel erfolgte für die siedlungsstrukturelle Erstanalyse die Überlagerung und Maßstabsabgleichung von Luftbildern, Kataster und Flächennutzungsplan.

Auf Basis dieser Informationen gab es ein Arbeitsgespräch mit dem jeweiligen Bürgermeistern und zuständigen Verwaltungsmitarbeiten, bzw. Ortsvorstehern. Die Arbeitsgespräche wurden im April + Mai 2009 mit 9 Gemeinden durchgeführt, ohne die Gemeinde Waigolshausen, die auf die Auswahl eines Ortsteils verzichtete.
Nach dem Arbeitsgespräch schloss sich ein Rundgang durch den Ortsteil an, um Probleme, Projekte, Herausforderungen und bestehende Planungen des Ortes zu besprechen. Ergänzend erfolgte eine Fotodokumentation der Situation vor Ort.

Neben der Erfassung der aktuellen Situation bezüglich Baulücken und Leerständen galt es auch Informationen über die Entwicklung der Gebäudestruktur hinsichtlich zukünftiger Leerstände und deren Lagen im Ortsgefüge zu generieren. Dazu erfolgte eine Auswertung der Alter- und Haushaltsstrukturen in den Ortsteilen nach Altersklassen und Größenordnung der Haushalte mit dem Ziel zukünftige Leerstände zu erkunden sowie ggf. Quartiere mit einer bereits stark überalterten Bevölkerungsstruktur und der damit verbundenen Aussicht auf vermehrte Umbruchsituationen in Siedlungsteilbereichen auszumachen. 

INKA Haushalte
Die Grafik zeigt deutliche Strukturunterschiede zwischen Altortbereich und neuer Siedlung.
("kleine Seniorenhaushalte sind rot eingefärbt, Familienhaushalte mit 3-4 Personen sind hellgrün/hellgelb eingefärbt)


Besonderheiten der INKA-Untersuchung

- gegenüber städtebaulichen Analysen im Rahmen der Stadterneuerung
- gegenüber Bestandsaufnahmen im Rahmen von Dorferneuerungsverfahren

1. Die Innenentwicklungskonzepte konzentrieren sich auf das gesamte Ortsteilgebiet 
    und schließen explizit die Siedlungserweiterungsgebiete- auch jüngere- mit ein.

2. Es sollten übertragbare Ansätze ausgearbeitet werden, die eine abgestimmte,
    interkommunale Innentwicklungsstrategie ermöglichen.

 

Ergebnis

Zusammgenfasst entstand je Ortsteil eine städtebauliche Stärken- und Schwächenanalyse, die im Rahmen eines Bestandsplans einen Überblick über die Stärken -und Schächen der Siedlungs-, Grün- und Freiraumstrukturen des Ortes gibt. Damit werden die räumlich-funktionalen Zusammenhänge sowie die besonders ortsbildprägenden Strukturen sichtbar. Die wesentlichen Aspekte je Ortsteil sind mit Karte, Fotos und textlichen Erläuterungen präsentiert. Die Ergebnisse bieten den Gemeindeverwaltungen und Gemeinderäten eine Entscheidungshilfe, um eine zielgerichtete Steuerung der Siedlungs- und Bauentwicklung sowie Bodenordnung für den jeweiligen Ortsteil zu erreichen.

INKA Plan1      INKA Plan3

     INKA Plan4