Broschüre DORFGRÜN GESTALTEN

Dörfer sind Inseln der Biodiversität in der meist intensiv genutzten Agrarlandschaft.

Durch Nutzungsänderungen und den Klimawandel ist die traditionelle Dorfvegetation einem erheblichen Veränderungsdruck ausgesetzt. Diese Broschüre gibt Anregungen, wie veränderte Ansprüche, neue Gestaltungsmöglichkeiten und die Bewahrung einer regionaltypischen, ökologisch wertvollen Dorfvegetation zusammengehen können. Es werden Empfehlungen für die Pflanzenauswahl gegeben, die Klimaaspekte, den Schutz von Arten und Lebensräumen und einen angemessenen Pflegeaufwand berücksichtigen.

Unter diesem Link können Sie die Broschüre herunterladen (bitte anklicken)

 

Die Gartengestaltung und Begrünung trägt zu einem ansprechendem Ortsbild bei.
Neben den ästhetischen Vorteilen wird Fassadenbegrünung auch zur positiven Wirkung auf Klima und Umwelt gepflanzt.

Fassadenbegrünung

Die Häuserfassaden im Dorf sind auch heute noch zum Teil mit Kletter- und Rankpflanzen begrünt. Eine Vielzahl von Insekten- und Vogelarten findet hier eine Brut- und Lebensstätte. Das trägt zur Entwicklung und Erhaltung des Ökosystems in einem Ort mit bei.
Kletterpflanzen zur Begrünung von Hauswänden erhalten Sie von immergrün bis blühend. Pflanzen haben eine eigene Technik entwickelt, um an der Hauswand hochzuklettern. Selbstklimmer, wie Wilder Wein und Efeu, verankern sich mit Haftwurzeln oder Haftscheiben an der Wand. Weitere Arten sind Rank- und Schlingpflanzen. Diese benötigen Klettergerüste und Rankhilfen, die an der Fassade befestigt werden. Bei Fassadenbegrünung sollte vorher der Putz untersucht werden aufgrund von möglichen Einwüchsen und dem Gewicht der Pflanze. Kletterpflanzen wachsen meistens sehr schnell. Deshal sollten sie regelmäßig geschnitten und gepflegt werden. Bevor Sie eine Fassade begrünen, empfiehlt sich ein Rat vom Fachmann.

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Einfriedungen

Einfriedungen bestehen aus senkrechten Holzlattenzäunen oder aus Eisenzäunen mit senkrechten Stäben, deren Oberkante unterhalb der Brüstungshöhe der Erdgeschossfenster liegen. Durch die Anordnung dieser niedrigen Einfriedungen knapp vor der Gebäudewand wird die Wirkung der Fassade als Platzwand nicht beeinträchtigt. Auf Abgrenzung der Bretterschwarten oder Jägerzaun sollte verzichtet werden, da diese typisch für die Alpenregion sind.

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Tore und Zufahrten

Die Gemeinden des Oberen Werntales werden noch in hohem Maße durch die typisch unterfränkischen Hoftore geprägt, die den Hofraum zur Straße hin abschließen. Die Tore sind in der Regel aus Holz, ca. 180-200 cm hoch und in der Mitte etwas höher. Die Torpfosten sind aus Sandstein oder Muschelkalk.
Vorhandene Hoftore sollten erhalten bzw. erneuert werden. Tore aus Metall und Plastik sollten im Stil der alten Hoftore ausgeführt werden. Zu bevorzugen sind Natursteinpfosten aus Sandstein oder Muschelkalk.

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Wohnräume

Ein einladender Weg zum Haus macht neugierig - man würde gerne hineingehen. Der Bodenbelag mti Fugen, lässt grün in den Ritzen zu. Ohne scharfkantige Ränder fügt sich der Weg unaufdringlich in den Garten ein.
Bodendeckende Stauden wie Immergrün, Astilben, Günsel, Johanniskraut und Gehölze wie Felsenbirne,Hartniegel oder Flieder begleiten den Weg vom Tor zum Hauseingang. Ein großer Hausbaum (Nussbaum, Birne, Kirsche, Ahorn oder Eiche) markiert und schützt das Haus, begrenzt und bedackt den Vorplatz und bildet eine räumlich Einheit, die im gesamten Straßenzug spürbar wird.

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Beläge

Durch Hoftore und Pforten sind sowohl die Wirtschaftsgeböude der Höfe als auch die eigentlichen Hauseingänge zu erreichen. Für die Befestigung der Zufahrten wurde früher Kallkschotter oder Kalksteinpflaster verwendet. Die Restflächen blieben unversiegelt. Die vorbildlich ausgestatteten Hofausfahrten mit Muschelkalkpflaster oder Granitsteinpflaster sind unbedingt zu erhalten oder bei Sanierungsarbeiten errichtet werden. Wasserdurchlässige Beläge wie Rasenpflaster oder Betonspurwege sollen verstärkt Verwendung finden. Schon kleine Rasenflächen oder Ritzenvegetation können das Mirkoklima in engen Hofräumen positiv gestalten. Verbundsteine sollten zugunsten anderer Betonsteine zurücktreten. Grundsätzlich ist der Naturstein dem Betonstein vorzuziehen, jedoch nur Granit, Sandstein oder Muschelkalk. Asphalt sollte im Hofbereich nicht mehr verwendet werden.
Rassengittersteine und Pflaster mit breiter Fuge sind vor allem für Fahrspuren und Stellplätze geeignet. In den Fugen wird spezieller Trittrasen ausgesät, der nicht gemäht werden muss, aber seht widerstandsfähig ist.
Betonpflaster ist sehr belastbar und hat eine gute Versickerungsleistung. Ausbessserungsarbeiten bleiben als Flickwerk sichtbar. Achtung: Alter Asphalt ist kein Bauschutt und muss speziell und teuer entsorgt werden.

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Gärten

Die Gestaltung und Pflege von Gärten zählt zu den ältesten und sinnvollsten Aufgaben des Menschen. Durch unterschiedliche Belastungen der Gegenwart hat der Wunsch nach dem "Garten als Lebensraum" eine sehr hohen Stellenwert erhalten. Die Erkenntnis wie im Garten Bäume, Sträucher und Stauden in ihrem Gedeihen und in ihrer Wirkung miteinander verflochten sind, gewinnt immer mehr an Bedeutung. Das Anlegen eines Gartens erfordert Gespühr und Fachwissen. Artenwahl, Standort und Kima müssen aufeinander abgestimmt sein. Ein naturnaher Garten bietet den Menschen beglückende Gartenerlebnisse. Biologisch hochwertige Ernten aus dem eigenen Obst- und Gemüsegarten munden nicht nut gut, sondern sind zudem auch noch gesundheitsfördernd.

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Hausbäume

Bäume gehören zum Ortsbild und schaffen Lebensqualität. Sie sind im Garten das wichtigste Gestaltungselement. Laubbäume sind beständig in ihrem Wechsel. Durch sie werden die Jahrezeiten klar definiert. Im Frühling, Sommer, Herbst und Winter hat er je seine Besonderheiten. Bäume sind Teil des Naturhaushaltes und wertvoller Lebensraum für viele Insekten, Vögel und andere Tiere.

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Stauden

Waldsaumpflanzen, die im lichten Schatten gedeihen, wie sie eine Hauswand bietet, haben vielerlei Wuchsformen. Viele breiten sich kriechend aus, andere wie Diptam und die Feuerlilie wachsen in Horsten. Die meisten Beerstauden benötigen einen Standort in der vollen Sonne. Man kann sie dort ohne Rücksicht auf ihre Nachbarn einpflanzen, weil fast alle gut zueinander passen. Hin und wieder müssen sie durchgehackt und gedüngt werden.

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