Was macht unsere Fränkische Baukultur aus?
Warum ist sie insbesondere in der Dorfmitte sichtbar und wertvoll?

Am Freitag, den 21.07.2017 möchten wir Ihnen diese Fragen beantworten.
Beginn des Fachabends ist um 19 Uhr in der Festscheune Oberwerrn, Einlass ab 18:30 Uhr
Die Veranstaltung richtet sich an Bürgermeister, Gemeinderäte, Innenentwicklungslotsen, Architekten, Handwerker und interessierte Bürgerinnen und Bürger.
Sie wird in Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Niederwerrn, der Interkommunalen Allianz Oberes Werntal und dem Regionalmanagement Schweinfurter Land organisiert. Der Eintritt ist frei. Laden Sie hier den Programmflyer herunter.

 

Erfahren Sie mehr zum Thema Baukultur bei einem Besuch des Informationsgebäudes der Bauhütte Obbach
oder in den Gestaltungsfibeln unserer Gemeinden:

Gestaltungsfibel Dittelbrunn

Gestaltungsfibel Niederwerrn

Gestaltungsbroschüre Euerbach

 

 

 

Weitere Gestaltungsempfehlungen   

Bei der städtebaulichen Gestaltung spielt die straßenseitige Fassade eine wichtige Rolle, da sie die Raumkante des Straßenraumes bildet. Die ortsbildprägende Abfolge meist giebelständiger Wohnhäuser, Hoftorabschlüsse und Nebengebäude bildet die Grundlage städtebaulicher Betrachtung. Die Rückwärtigen, prägnant fassbaren Hofabschlüsse werden in der Regel durch quergestellte Scheunen gebildet. Diese meist leerstehenden Scheunen könnten sukzessive rückgebaut werden, um die Flächen in erlebbare Grün- und Gartenräume umzunutzen. Die typische bauliche Gestaltung weist ein Baukörper in kompakter länglicher Form mit einem steilgeneigtem Dach auf. Der rechteckige Grundriss gibt den Häusern eine eindeutige Richtung und ein ruhiges Erscheinungsbild. Anbauten sind als Sattel- oder Pultdachaufbauten ausgeführt und weisen die Gestaltungsmerkmale des Hauptgebäudes auf. Die Wirkung als Ensemble innerhalb der Dorfes ist wichtig.

    baukoerper positiv klein

Negative Beispiele bilden Vor- und Rücksprünge, abweichende Dachformen und -neigungen, ungeeignete Farb- und Materialwahl

 baukoerper negativ

 

staedtebaulich rueckseite 

Farben im Dorf

Um eine harmonischen Zusammenklang von Landschaft und Architektur zu erzeugen, sollte man Fassadenfarben im konkreten Zusammenhang mit der natürlichen Umgebung ermitteln. Fassadenfarben sind in ihrer Farbigkeit sehr eng mit Farbton, Farbsättigung und Farbhelligkeit der natürlichen Umgebung verwandt. Baut man traditionell und landschaftsbezogen, sollten die Baustoffe mit der Region in Verbindung gebracht werden.

Dachfarben: Der natürliche Rotton des klasischen Dachziegels entsteht durch den Brand von Ton und Lehm. Je nach Beschaffenheit und Zusammensetzung der verwendeten Tonerden ergeben sich unterschiedliche Farbtöne.

dachfarben farben klein

 

Materialfarben:  Die Farbigkeit der Gestaltungsmerkmale wie Gewände und Natursteinmauern entsteht aus der Verwendung von Muschelkalk oder Keuper. Die Farben dieser Materialien ähneln sich und sind daher gemeinsam in einer Darstelung zusammengefasst.

materialfarben farben klein

Schmuckfarben für Fensterläden, Türen, Tore und andere Details gliedern sich in die Farbbereiche Rot bis Ocker und Blau bis Grün. Schmuckfarben für kleinteilige Flächen sind sehr ansprechend, da sie durch ihren Kontrast die vorherschende Farbigkeit hervorheben.

schmuckfarben farben

 

 dachfarben daecher

schmuckfarben 1

schmuckfarben 2

schmuckfarben 5

 

 Fenster

Bei Fenstern gibt es ausschließlich stehende Fensterformate (höher als breit). Diese sind in der Regel sehr harmonisch und gleichmäßig angeordnet, insbesondere an der Giebelseite. Eine regelmäßig horizontale Gliederung durch die gleichhohen Fensterreihen ist typisch. Die Fassade wird maßgeblich durch die Fensteröffnungen bestimmt. Die Fenster sind unterteilt, Einflügelfenster sollten nicht verwendet werden. Folgende Fenstertypen sind typisch.

    fenster 1 1         fenster 1 3 klein

 

Hauseingänge

Die Eingangstüre sollte kennzeichnend für Ihr Haus sein. Eine individuell gestaltete Tür aus Holz bietet sich dafür an. Bei der Überdachung ist die Pultdachform gut geeignet.

    tuer 1 1 klein    tuer 1 2 klein     tuer 1 3 klein

 Fenster 3

 

Tuer 2

 Dächer und Dachaufbauten

Die dominierender Dachform des alten Ortskerns ist das Satteldach mit etwa 50° Neigung. Bei Anbauten und Vordächern tritt auch das flacher geneigte Pultdach in Erscheinung. Ortstypisch sind langgestreckte Satteldächer mit mittigem First und steiler Dachneigung. Ungleiche Traufhöhen bzw. Abschleppungen, die schon beim Dachrand am Giebel beginnen, sind zu vermeiden.

                                         dachformen 2

Der Ortgang bezeichnet den seitlichen Abschluss der Dachfläche am Giebel. Die Ortgangausbildung ortsbildprägende Gebäude ist durch einen geringen Überstand gekennzeichnet. Typische Ausbildungen sind die Verwendung von Stirn- und Windbrett oder Zahnleiste.

ortgang 1        ortgang 2

 

Die Traufe ist die unterste, waagrechte Begrenzungslinie geneigter Dachflächen, an denen mei die Regenrinne angebracht sind. Die Traufe beim ortstypischen Sparrendach weist nur einen geringen Überstand auf. Er wird zumeist durch die Gesimsschräge gebildet. Rinnen und Rohre liegen außen auf.

Bei dem für den fränkischen Raum typischen Sparrendach wurden Kniestöcke im Fachwerkbau aus konstruktiven Gründen nicht ausgeführt. Der sich dadurch ergebende geringe Abstand zwischen Traufe und darunter liegendem Fenstersturz wirkt gut proportioniert. Die Stahlbetonbau mögliche Anordnung eines hohen Kniestocks sollte unterbleiben.

kniestock 1         kniestock 2

Für die ortstypische Bebauung sind Dachaufbauten eher uncharakteristisch. Beim Dachgeschossausbau kann auf Dachfenster und Dachaufbauten in der Regel nicht verzichtet werden. Derartige Aufbauten können jedoch sehr leicht die Proportionen des Daches empfindlich stören. Sie sind deshalb sorgfältig zu planen und richtig anzuordnen. Die raumabschließende Funktion des Daches muss auch in seiner Gestaltung zum Ausdruck kommen.

                                         dachaufbauten 1  

 

Typisches Deckungsmaterial ist der fränkische Rinnenziegel. Durch den Brand der regional vorkommenden Tonerde sowie durch Witterungseinflüsse entstanden im Laufe der Zeit rote bis rotbraune Dachflächen mit unregelmäßiger Patina, die hervorragend mit den erdfarbenen Fassaden und dem Grün der Landschaft harmonieren. Rote bis rotbraune Dachziegel in der Form nahe dem fränkischen Rinnenziegel, auch Biberschwanzziegel passen in die ortstypische Dachlandschaft.

 

deckungsmaterialien biberschwanzziegel klein  deckungsmaterialien tondachziegel klein   deckungsmaterialien falzziegel klein    

 dachformen 0

 

 traufe 2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   
   
   

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Allianzmanagerin Eva Braksiek.