Projektlaufzeit 2017- Juli 2019

Bearbeitung
Baader Konzept GmbH, Gunzenhausen
Gertz Gutsche Rümenapp, Stadtentwicklung und Mobilität, Planung-Beratung-Forschung GbR

Förderung
Die Untersuchung wurd vom Bereich für Zentrale Aufgaben der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung,
SG 3 Dorferneuerung und ILE gefördert und fachlich begleitet.
 
Anlass
Wie wäre die Entwicklung im Oberen Werntal ohne den Fokus auf die Innenentwicklung verlaufen?

Dabei wird der Zeitraum der gemeindlichen Entwicklungen von 2008 bis 2017 betrachtet.
Damals waren wir bayernweit die erste Allianz, die sich als „Region“ gemeindeübergreifend aufgestellt hat,
um ein abgestimmtes Flächenmanagement in interkommunaler Zusammenarbeit zu installieren.
Im Rahmen des Modellprojektes FLIZ (Flächenmanagement in interkommunaler Zusammenarbeit) entstand die
Flächenmanagement-Datenbank, die mittlerweile bayernweit zum Einsatz kommt.

Unsere Gemeinden betreiben seit Jahren ein aktives Flächenmanagement, um Potenziale zur Innenentwicklung zu erschließen
und unserem Leitbild der „Oerlenbacher Erklärung“ zur vorrangigen Innenentwicklung, nachzukommen.

Welche Konsequenzen zeigen sich daraus?
Neben den baulichen Veränderungen werden folgende Aspekte mitbetrachtet:

  • infrastrukturelle
  • funktionale
  • finanzielle
  • soziale
  • sowie Folgeeffekte


Projektschritte der Evaluierung

  1. Erfassung der realisierten Innen- und Außenentwicklung seit 2008

    Wie viele der Innenentwicklungspotenziale wurden seit 2008/ 2009 bis heute aktiviert?
    Sind neue Potenziale hinzugekommen?
    Wie viele Neubaugebiete wurden im Außenbereich ausgewiesen?

  2. Bestandsaufnahme der bisherigen Aktivitäten zur Innenentwicklung seit 2008

    Es wurden die umfangreichen Aktivitäten zur Unterstützung und Förderung der (Wieder-) Nutzung innerörtlicher Flächen und Gebäude erfasst. Dabei sind finanzielle, kommunikative, fachliche und soziale Maßnahmen berücksichtigt worden (z.B. kommunale Förderprogramme, Bauberatungen, Informationsveranstaltungen, Printprodukte, Benennung von Innenentwicklungslotsen, Aufstellung und Pflege von Baulücken- und Leerstandskatastern / Flächenmanagement-Datenbanken, Vereinsgründungen zu Umbau / Betrieb innerörtlicher Gemeinschaftseinrichtungen, Aktivitäten des Modellprojektes Bauhütte Obbach etc.)

  3. Ermittlung von Folgeeffekten für die Kommunen

    Aus der realisierten Innenentwicklung inklusive Außenentwicklung mit Schaffung von Wohneinheiten wurden mit Hilfe von Modellrechnungen die Folgeeffekte für Infrastrukturaufwand, Einwohnerentwicklung und Kommunalfinanzen je beteiligter Kommune ermittelt. Die Evaluierung konzentriert sich dabei auf Aspekte der Vollzugs- und Wirkungskontrolle.

    Als Bewertungsbasis dient ein Vergleichsszenario, das Art und Umfang der Siedlungsentwicklung beschreibt, die eingetreten wäre, wenn die Kommunen in den letzten 10 Jahren auf den Schwerpunkt Innenentwicklung verzichtet hätten. Dieses Vergleichsszenario wurde im Dialog mit allen Kommunen erarbeitet und erlaubt die Gegenüberstellung der Effekte der tatsächlichen Siedlungsentwicklung und der Entwicklung im Vergleichsfall „ohne Innenentwicklung“. Ergänzend wurden Einzelinterviews und Workshop-Runden durchgeführt, um die qualitativ wirksamen (Synergie-) Effekte aktiver Innenentwicklung zu ermitteln.

  4. Analyse des Status-quo in der Interkommunalen Allianz

    Für die Analyse des Ist-Status in den Kommunen wurde mittels Interviews und Gruppendiskussionen die Haltung der lokalen Akteure in Bezug auf die Innenentwicklung untersucht.


  5. Ergebnisse und Weiterentwicklungsmöglichkeiten der Interkommunalen Allianz
    sowie Übertragbarkeit zur Unterstützung der Arbeit der Ländlichen Entwicklung


    Die wissenschaftlich fundierten Ergebnisse zu Aufwand, Erfolg, Push- und Pull-Faktoren einer aktiven Innenentwicklung
    unterstützen die zukünftige Arbeit der Allianzgemeinden sowie des Amtes für Ländliche Entwicklung.

    Hier ein Auszug der wesentlichen Ergebnisse:
    Mehr als ein Drittel der erfassten Innenentwicklungspotenziale – 1139 von 3360 Objekten – sind wiedergenutzt,
    50 Hektar Neuausweisungen im Außenbereich konnten vermieden werden, damit wurde die Herstellung von jeweils 11 bis 14 km Straße, Kanalisation, Stromleitungen und Wasserleitungen ebenfalls vermieden. Dies hat die Gebührenzahler/-innen vor einer Mitfinanzierung von infrastrukturellen Mehraufwendungen in Höhe von etwa 4,1 Mio. € in den kommenden 20 Jahren bewahrt, zugleich konnten im gleichen Zeitraum etwa 270 Leerstände vermieden werden.


    Lesen Sie hier mehr zu den Ergebnissen und laden Sie sich den finalen Abschlussbericht herunter (bitte anklicken)


    Gegenueberstellung Innenentwicklung Aussenentwicklung klein